Bibel » Elberfelder Bibel Elberfelder Bibel 2006

Klagelieder 3 Klagelieder 3 kapitel

1 [1] Ich bin der Mann, der Elend sah durch die Rute seines Grimmes.
2 Mich trieb er weg und ließ mich gehen in Finsternis und ohne Licht.
3 Nur[2] gegen mich wendet er immer wieder seine Hand, jeden Tag.
4 Verfallen ließ er mein Fleisch und meine Haut, zerbrach meine Knochen,
5 umbaute und umgab mich mit Gift und Mühsal.
6 Er ließ mich wohnen in Finsternissen, wie die Toten der Urzeit[3].
7 Er ummauerte mich, dass ich nicht herauskann; er legte mich in schwere, bronzene Ketten[4].
8 Auch wenn ich schrie und um Hilfe rief, verschloss er ‹sein Ohr vor› meinem Gebet.
9 Er vermauerte meine Wege mit Quadersteinen, kehrte meine Pfade um[5].
10 Ein lauernder Bär war er mir, ein Löwe im Versteck.
11 Er ließ mich vom Weg abirren[6], zerfleischte mich[7] und machte mich menschenleer[8].
12 Er spannte seinen Bogen[9] und stellte mich hin als Ziel für den Pfeil.
13 Er ließ in meine Nieren dringen die Söhne seines Köchers.
14 Ich wurde meinem ganzen Volk[10] zum Gelächter, ihr Spottlied ‹bin ich› jeden Tag.
15 Er sättigte mich mit bitteren Kräutern und tränkte mich mit Wermut.
16 Und er ließ auf Kies meine Zähne beißen[11], er trat mich nieder in den Staub.
17 Du verstießest[12] meine Seele aus dem Frieden[13], ich habe vergessen, was Glück[14] ist.
18 Und ich sagte: Verloren ist mein Glanz[15] und meine Hoffnung auf den HERRN[16].
19 An mein Elend und meine Heimatlosigkeit zu denken, ‹bedeutet› Wermut und Gift!
20 ‹Und doch› denkt und denkt meine Seele daran und ist niedergedrückt in mir.
21 ‹Doch› dies will ich mir in den Sinn zurückrufen, darauf[17] will ich hoffen:
22 Ja, die Gnadenerweise des HERRN sind nicht zu Ende[18], ja, sein Erbarmen hört nicht auf,
23 es ist jeden Morgen neu. Groß ist deine Treue.
24 Mein Anteil[19] ist der HERR, sagt meine Seele, darum will ich auf ihn hoffen.
25 Gut ist der HERR zu denen, die auf ihn harren, zu der Seele, die nach ihm fragt.
26 Es ist gut, dass man schweigend hofft[20] auf die Rettung des HERRN.
27 Gut ist es für den Mann, wenn er das Joch in seiner Jugend trägt.
28 Er sitze einsam und schweige, wenn er es ihm auferlegt.
29 Er lege seinen Mund in den Staub[21], vielleicht gibt es Hoffnung.
30 Er biete dem, der ihn schlägt, die Wange, sättige sich an Schmach.
31 Denn nicht für ewig verstößt der Herr,
32 sondern wenn er betrübt hat, erbarmt er sich nach der Fülle seiner Gnadenerweise.
33 Denn nicht von Herzen demütigt[22] und betrübt er die Menschenkinder.
34 Dass man alle Gefangenen des Landes unter seinen Füßen zertritt,
35 dass man das Recht eines Mannes beugt vor dem Angesicht des Höchsten,
36 dass man einen Menschen irreführt in seinem Rechtsstreit — sollte der Herr es nicht sehen?
37 Wer ist es, der da sprach, und es geschah — ‹und› der Herr hat es nicht geboten?
38 Kommt nicht aus dem Mund des Höchsten das Böse und das Gute hervor?
39 Was beklagt sich der Mensch, der ‹noch› am Leben ist[23], ‹was beklagt sich› der Mann über seine Sündenstrafe?[24]
40 Prüfen wollen wir unsere Wege und erforschen und umkehren zu dem HERRN!
41 Lasst uns unser Herz samt den Händen erheben[25] zu Gott im Himmel!
42 Wir, wir haben die Treue gebrochen und sind widerspenstig gewesen; du ‹aber›, du hast nicht vergeben.
43 Du hast dich in Zorn gehüllt und hast uns verfolgt; du hast uns umgebracht ohne Mitleid.
44 Du hast dich in eine Wolke gehüllt, so dass kein Gebet hindurchdrang.
45 Du hast uns zum Kehricht und zum Ekel gemacht mitten unter den Völkern.
46 Alle unsere Feinde reißen ihren Mund über uns auf.
47 Grauen und Grube sind uns zuteilgeworden, Untergang und Zusammenbruch.
48 Wasserbäche lässt mein Auge fließen[26] wegen des Zusammenbruchs der Tochter meines Volkes.
49 Mein Auge ergießt sich und kommt nicht zur Ruhe, ‹tränt› unaufhörlich,
50 bis der HERR vom Himmel herunterschaut und hinsieht.
51 Mein Auge schmerzt mich[27] wegen all der Töchter meiner Stadt.
52 Wie einen Vogel jagten und jagten mich ‹jene›, die grundlos meine Feinde sind.
53 Sie stürzten mein Leben in die Grube[28] und warfen Steine auf mich.
54 Wasser strömte über mein Haupt. Ich sagte ‹mir›: Ich bin ‹vom Leben› abgeschnitten!
55 Da rief ich deinen Namen an, HERR, aus der Grube tief unten.
56 Du hast meine Stimme gehört. Verbirg dein Ohr nicht vor meinem Seufzen, meinem Schreien[29]!
57 Du nahtest an dem Tag, als ich dich anrief; du sprachst: Fürchte dich nicht!
58 Du hast, Herr, meinen Rechtsstreit geführt[30], hast mein Leben erlöst.
59 Du, HERR, hast meine Entrechtung[31] gesehen. Verhilf mir zu meinem Recht[32]!
60 Du hast gesehen all ihre Rachgier, alle ihre Pläne gegen mich.
61 Gehört hast du ihr Schmähen, HERR, alle ihre Pläne[33] gegen mich,
62 das Gerede derer, die gegen mich aufgetreten sind, und ihren Spott über mich den ganzen[34] Tag.
63 Ihr Sitzen und ihr Aufstehen schau dir an! Ich bin ihr Spottlied.
64 Übe an ihnen Vergeltung, HERR, nach dem Werk ihrer Hände!
65 Gib ihnen Verblendung des Herzens[35]! Dein Fluch komme über sie!
66 Jage ihnen nach im Zorn und rotte sie aus unter dem Himmel des HERRN!

Примечания:

1 [1] – Das dritte Kap. ist wie die beiden ersten ein Akrostichon, nur mit dem Unterschied, dass hier zusätzlich jede Strophenzeile mit dem Anfangsbuchstaben der Strophe beginnt.
2 ⓑ – Jes 59,9
3 [2] – o. Fürwahr; o. Ja
3 ⓒ – Hi 6,4
4 ⓓ – Hi 30,30; Jes 38,13
5 ⓔ – Hi 19,8
6 [3] – Das kann bedeuten: gleich den längst Verstorbenen, o. gleich den <für> ewig Toten
6 ⓕ – Ps 143,3; Jes 59,10
7 ⓖ – Hi 19,8
7 [4] – w. er machte meine Bronze schwer
8 ⓗ – V. 44; Hi 19,7
9 ⓘ – Hi 19,8
9 [5] – d. h. er hat meine Pfade ungangbar gemacht, o. er ließ mich krumme Wege gehen
10 ⓙ – Hi 10,16
11 [6] – o. versperrte mir den Weg mit Dornen
11 [7] – Eine griech. Üs. liest: und er lähmte mich
11 [8] – o. öde
11 ⓚ – Kap. 1,13
12 [9] – w. Er trat seinen Bogen; d. h. um ihn zu krümmen
12 ⓛ – Hi 6,4
13 ⓜ – Hi 6,4
14 [10] – d. h. den Bewohnern von Jerusalem; viele hebr. Handschr. und 4 Handschr. von LXX überliefern: allen Völkern
14 ⓝ – V. 63; Hi 30,9
15 ⓞ – Jes 51,21.22; Jer 4,18; 9,14
16 [11] – w. sich zerreiben
16 ⓟ – Spr 20,17
17 [12] – LXX: Er verstieß; Vulg. und die syr. Üs.: Es ist verstoßen
17 [13] – o. aus dem Wohlergehen
17 [14] – o. Gutes
17 ⓠ – Jer 16,5
18 [15] – Andere üs. mit Textänderung: Vertrauen
18 [16] – o. und meine Hoffnung ist fern von dem HERRN
18 ⓡ – Hes 37,11
20 ⓢ – Hi 21,6
21 [17] – o. deshalb
22 [18] – so mit einer hebr. Handschr., der syr. und aram. Üs.; Mas. T.: Die Gnadenerweise des HERRN <sind es>, dass wir nicht zu Ende sind
23 ⓤ – Ps 36,6
24 [19] – w. Losanteil. — Der Begriff wird ursprünglich im Zusammenhang mit der Verlosung des Landes durch Josua verwendet und steht dann allgemein für den Landbesitz der Stämme und des Einzelnen.
24 ⓥ – Hi 22,25; Ps 16,5; 73,26
24 ⓦ – Ps 94,19
25 ⓧ – Ps 37,7; 71,14; Jes 30,18
25 ⓨ – Esr 8,22; Ps 105,3
26 [20] – w. dass man hofft, und zwar schweigend,
28 ⓐ – Hi 23,2; Ps 39,10
29 [21] – d. h. er schweige
31 ⓒ – 2Sam 14,14
33 [22] – o. erniedrigt
33 ⓔ – Hes 33,11
36 ⓕ – V. 59.60; 5Mo 25,1; Ps 94,5-9; Spr 24,12
37 ⓖ – 1Kö 22,34; Ps 33,9
39 [23] – d. h. vom Unglück nicht tödlich getroffen wurde
39 [24] – o. <er werde> Herr über seine Sünden
40 ⓙ – Hag 1,5.7
41 [25] – Andere üs. mit veränderter Vokalisierung: Lasst uns unsere Herzen, nicht unsere Hände erheben
41 ⓛ – Hi 11,13
41 ⓜ – Ps 134,2; Mt 6,9
42 ⓝ – Esr 9,6.7; Dan 9,5
42 ⓞ – Sach 1,6
43 ⓟ – V. 8; Kap. 2,1; Ps 80,5
43 ⓠ – Kap. 2,21
44 ⓡ – V. 8; Kap. 2,1; Ps 80,5
45 ⓢ – 5Mo 28,37; 1Kor 4,13
46 ⓣ – Kap. 2,16; Ps 22,14
47 ⓤ – Jes 24,18
47 ⓥ – Jes 51,19
48 [26] – w. In Wasserbächen geht mein Auge nieder
48 ⓦ – Ps 137,1; Jer 13,17
49 ⓧ – Kap. 1,16; Lk 19,41
50 ⓨ – Ps 80,15
51 [27] – w. Mein Auge tut meiner Seele weh
52 ⓩ – Ps 35,19
53 [28] – o. Sie brachten in der Grube mein Leben zum Schweigen
53 ⓐ – Jer 38,6.9; Dan 6,17.18
54 ⓑ – Hi 22,11; Jon 2,4-6
54 ⓒ – Jes 53,8
55 ⓓ – Ps 130,1; Jon 2,3
56 ⓔ – Ps 6,9.10
56 [29] – so mit LXX; Mas. T.: Verbirg dein Ohr nicht — zu meiner Erleichterung — vor meinem Schreien!
56 ⓕ – Ps 5,2.3; 55,2; 66,19; Dan 9,17
57 ⓖ – Ps 138,3
57 ⓗ – 2Kö 19,6
58 [30] – w. Du strittest, Herr, die Rechtsstreite meiner Seele
58 ⓘ – 1Sam 25,39; Jer 50,34
58 ⓙ – Jer 31,11; 38,13
59 [31] – o. Unterdrückung
59 ⓚ – V. 36; Ps 10,14
59 [32] – w. Entscheide (richte) mein Recht. — Andere üs. mit Textänderung: Du hast mir zu meinem Recht verholfen.
59 ⓛ – Ps 35,23; Jer 11,20
60 ⓜ – Jer 18,23
61 [33] – Andere lesen mit Änderung eines Buchstabens: Verleumdungen
61 ⓝ – Jer 18,23
62 [34] – o. jeden
63 ⓞ – V. 14
64 ⓟ – Ps 28,4; Jer 51,56
65 [35] – o. Du wirst an ihnen Vergeltung üben . . . 65 Du wirst ihnen Verblendung . . . geben usw.
65 ⓠ – Ps 109,17
66 ⓡ – Ps 35,5.6; Jer 15,15

Нашли в тексте ошибку? Выделите её и нажмите: Ctrl + Enter

Klagelieder, 3 kapitel. Elberfelder Bibel 2006.

Обратите внимание. Номера стихов — это ссылки, ведущие на раздел со сравнением переводов, параллельными ссылками, текстами с номерами Стронга. Попробуйте, возможно, вы будете приятно удивлены.


2007–2024. Сделано с любовью для любящих и ищущих Бога. Если у вас есть вопросы или пожелания, то пишите нам: bible-man@mail.ru.