Bibel » Elberfelder Bibel Elberfelder Bibel 2006

Matthäus 10 Matthäus 10 kapitel

1 Und als er seine zwölf Jünger herangerufen hatte, gab er ihnen Vollmacht über unreine Geister, sie auszutreiben und jede Krankheit und jedes Gebrechen zu heilen.
2 Die Namen der zwölf Apostel[1] aber sind diese: der erste Simon, der Petrus genannt wird, und Andreas, sein Bruder, und Jakobus, der ‹Sohn› des Zebedäus, und Johannes, sein Bruder,
3 Philippus und Bartholomäus, Thomas und Matthäus, der Zöllner, Jakobus, der ‹Sohn› des Alphäus, und Thaddäus,
4 Simon, der Kananäer[2], und Judas, der Iskariot[3], der ihn auch überlieferte.
5 Diese zwölf sandte Jesus aus und befahl ihnen und sprach: Geht nicht auf einen Weg der Nationen, und geht nicht in eine Stadt der Samariter;
6 geht aber vielmehr zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel!
7 Wenn ihr aber hingeht, predigt und sprecht: Das Reich[4] der Himmel ist nahe gekommen.
8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, reinigt Aussätzige[5], treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst gebt!
9 Verschafft euch nicht Gold noch Silber noch Kupfer in eure Gürtel,
10 keine Tasche auf den Weg, noch zwei Unterkleider noch Sandalen noch einen Stab! Denn der Arbeiter ist seiner Nahrung wert.
11 Wenn ihr aber in eine Stadt oder in ein Dorf einkehrt, so forscht, wer darin würdig ist; und dort bleibt, bis ihr weggeht!
12 Wenn ihr aber in das Haus eintretet, so grüßt es!
13 Und wenn nun das Haus würdig ist, so komme euer Friede darauf; wenn es aber nicht würdig ist, so wende sich euer Friede zu euch zurück.
14 Und wenn jemand euch nicht aufnehmen noch eure Worte hören wird — geht hinaus aus jenem Haus oder jener Stadt und schüttelt den Staub von euren Füßen!
15 Wahrlich, ich sage euch, es wird dem Land von Sodom und Gomorra erträglicher ergehen am Tag des Gerichts als jener Stadt.
16 Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter Wölfe; so seid nun klug wie die Schlangen und einfältig wie die Tauben.
17 Hütet euch aber vor den Menschen! Denn sie werden euch an Gerichte[6] überliefern und in ihren Synagogen euch geißeln[7];
18 und auch vor Statthalter und Könige werdet ihr geführt werden um meinetwillen, ihnen und den Nationen zum Zeugnis.
19 Wenn sie euch aber überliefern, so seid nicht besorgt, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch in jener Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.
20 Denn nicht ihr seid die Redenden, sondern der Geist eures Vaters, der in euch redet.
21 Es wird aber der Bruder den Bruder zum Tode überliefern und der Vater das Kind; und Kinder werden sich erheben gegen die Eltern und sie zu Tode bringen.
22 Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.
23 Wenn sie euch aber verfolgen in dieser Stadt, so flieht in die andere! Denn wahrlich, ich sage euch, ihr werdet mit den Städten Israels nicht zu Ende sein, bis der Sohn des Menschen gekommen sein wird.
24 Ein Jünger ist nicht über dem Lehrer und ein Sklave nicht über seinem Herrn.
25 Es ist dem Jünger genug, dass er werde[8] wie sein Lehrer und der Sklave wie sein Herr. Wenn sie den Hausherrn Beelzebul[9] genannt haben, wie viel mehr seine Hausgenossen!
26 Fürchtet euch nun nicht vor ihnen! Denn es ist nichts verdeckt, was nicht aufgedeckt, und nichts verborgen, was nicht erkannt werden wird.
27 Was ich euch sage in der Finsternis, redet im Licht, und was ihr ins Ohr ‹geflüstert› hört, ruft aus auf den Dächern!
28 Und fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht zu töten vermögen; fürchtet aber vielmehr den, der sowohl Seele als ‹auch› Leib zu verderben vermag in der Hölle!
29 Werden nicht zwei Sperlinge für eine Münze[10] verkauft? Und nicht einer von ihnen wird auf die Erde fallen ohne euren Vater.
30 Bei euch aber sind selbst die Haare des Hauptes alle gezählt.
31 Fürchtet euch nun nicht! Ihr seid wertvoller als viele Sperlinge.
32 Jeder nun, der sich vor den Menschen zu mir bekennen wird, zu dem werde auch ich mich bekennen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.
33 Wer aber mich vor den Menschen verleugnen wird, den werde auch ich verleugnen vor meinem Vater, der in den Himmeln ist.
34 Meint nicht, dass ich gekommen sei, Frieden auf die Erde zu bringen; ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.
35 Denn ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter;
36 und des Menschen Feinde ‹werden› seine eigenen Hausgenossen ‹sein›.
37 Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht würdig;
38 und wer nicht sein Kreuz aufnimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht würdig.
39 Wer sein Leben[11] findet, wird es verlieren, und wer sein Leben[12] verliert um meinetwillen, wird es finden.
40 Wer euch aufnimmt, nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat.
41 Wer einen Propheten aufnimmt in eines Propheten Namen[13], wird eines Propheten Lohn empfangen; und wer einen Gerechten aufnimmt in eines Gerechten Namen[14], wird eines Gerechten Lohn empfangen.
42 Und wenn jemand einem dieser Geringen nur einen Becher kalten Wassers zu trinken gibt in eines Jüngers Namen[15], wahrlich, ich sage euch, er wird seinen Lohn gewiss nicht verlieren.

Примечания:

1 ⓑ – Mk 6,7; Lk 9,1 ⇨Esyn: Synopse Nr. 99
2 [1] – d. h. Gesandte, o. Boten
2 ⓒ – Kap. 16,17.18; Joh 1,42; 1Petr 1,1
2 ⓓ – Kap. 4,18
2 ⓔ – Kap. 4,21; 20,20
3 ⓕ – Joh 1,43
3 ⓖ – Joh 11,16
3 ⓗ – Kap. 9,9
4 [2] – wahrscheinlich von hebr. kana (d. h. eifern); s. auch Anm. zu Lk 6,15
4 [3] – Der Beiname bedeutete wahrscheinlich »Mann aus Kariot« und diente vielleicht zur Unterscheidung von dem anderen Jünger namens Judas (vgl. Joh 14,22).
4 ⓘ – Kap. 26,14
5 ⓙ – Mk 6,7-13; Lk 9,1-6; vgl. Lk 10,1-12
5 ⓚ – 2Kö 17,24; Esr 4,10
6 ⓛ – Kap. 15,24; Apg 11,19; 13,46
7 [4] – o. die Königsherrschaft
7 ⓜ – Kap. 3,2
8 [5] – »Aussatz« umfasste in bibl. Zeit mehrere Hautkrankheiten, z. T. auch die damals noch unheilbare Lepra. Der Aussätzige galt bei den Juden als kultisch unrein.
8 ⓝ – Mk 16,17.18
8 ⓞ – 3Jo 7
9 ⓟ – Lk 22,35
11 ⓡ – Apg 16,15
14 ⓢ – Apg 13,51
15 ⓣ – 1Mo 19,24.25
15 ⓤ – Kap. 11,22.24; Kla 4,6; Lk 10,14; 20,47; Offb 20,12
16 ⓥ – V. 16-22: vgl. Kap. 24,9-13; Mk 13,9-13; Lk 12,11-12; 21,12-17; V. 26-33: vgl. Lk 12,2-9
16 ⓦ – Lk 10,3
17 [6] – w. Synedrien
17 ⓧ – Apg 5,40; 6,12
17 [7] – Die Strafe des Geißelns wurde nach dem Gesetz (vgl. 5Mo 25,3) vollzogen, und zwar in den Synagogen; s. auch Anm. zu Kap. 4,23 und zu 2Kor 11,24.
17 ⓨ – Kap. 23,34; Apg 22,19; 2Kor 11,24 ⇨Esyn: Synopse Nr. 100
18 ⓩ – Kap. 24,14; Joh 15,27; Apg 23,33; 27,24
19 ⓐ – 2Mo 4,12
21 ⓑ – V. 35.36; Mi 7,6
22 ⓒ – Lk 6,22; Joh 15,21
23 ⓓ – Kap. 23,34; Apg 14,6
24 ⓔ – Lk 6,40; Joh 13,16
25 [8] – o. ist
25 [9] – im Judentum der Name für den Obersten der Dämonen; die Bedeutung des Namens ist umstritten
25 ⓕ – Kap. 12,24; Joh 8,48
26 ⓖ – Mk 4,22 ⇨Esyn: Synopse Nr. 101
28 ⓘ – Jak 4,12
28 ⓙ – Kap. 5,29.30
29 [10] – w. ein Assarion; s. Tabelle »Münzen und Geldeinheiten«
31 ⓚ – Kap. 6,26
32 ⓛ – Röm 10,9; Offb 3,5
33 ⓜ – 2Petr 2,1; 1Jo 2,23; Jud 4
34 ⓞ – ⇨Esyn: Synopse Nr. 102
36 ⓟ – V. 21; Lk 12,51-53
37 ⓠ – 5Mo 13,7-11; 33,9 ⇨Esyn: Synopse Nr. 103
38 ⓡ – Kap. 16,24; Mk 8,34
39 [11] – o. seine Seele
39 [12] – o. seine Seele
39 ⓢ – Kap. 16,25; Lk 9,24; 14,26.27; Joh 12,25; 2Tim 2,11
40 ⓣ – vgl. Kap. 25,34-40
40 ⓤ – Kap. 18,5; Mk 9,37
40 ⓥ – Lk 9,48; Joh 12,44; Gal 4,14 ⇨Esyn: Synopse Nr. 104
41 [13] – d. h. im Blick auf seine Eigenschaft als Prophet (bzw. als Gerechter o. als Jünger)
41 [14] – d. h. im Blick auf seine Eigenschaft als Prophet (bzw. als Gerechter o. als Jünger)
41 ⓦ – 2Kö 4,8.17
42 [15] – d. h. im Blick auf seine Eigenschaft als Prophet (bzw. als Gerechter o. als Jünger)
42 ⓧ – Mk 9,41; Hebr 6,10

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Matthäus, 10 kapitel. Elberfelder Bibel 2006.

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